Auf die Frage „Optimist oder Pessimist?“ antworte ich immer mit „Weder noch. Ich bin Realistin“. Der Gedanke, dass grundsätzlich alles wieder gut wird, kommt mir selten in den Kopf. Für mich ist das nur ein Trostpflaster, das dann irgendwann vielleicht doch langsam und schmerzhaft wieder abgezogen wird.
ZIELE ANSTATT TRÄUME
Natürlich habe auch ich Träume – oder besser gesagt Ziele. Jedoch versuche ich mir nicht gleich Luftschlösser zu erbauen, die ich vielleicht nie erreichen werde und irgendwann niedergeschlagen aufgeben muss. Meine Ziele sollen realistisch gesehen erreichbar zu sein. Damit meine ich nicht, dass ich keine Mühe investieren möchte, sondern ich plane eben auch Niederschläge und Sackgassen ein, um auf irgendeine Art und Weise gewappnet zu sein. Außerdem plane ich auch Alternativen ein, falls ein Ziel doch nicht zu erreichen ist.
Das beste Beispiel hierfür ist meine Suche nach einer Ausbildungsstelle vor vier Jahren. Mein Ziel war eine Ausbildungsstelle als Mediengestalterin zu ergattern. Da meine BWL-Lehrerin mir während meiner Fachhochschulreife deutlich machte, dass BWL auch mein Ding ist, habe ich mich zur Sicherheit noch als Bürokauffrau beworben. Die Medienbranche ist überrannt und ich wollte nicht ohne Ausbildungsplatz da stehen. In meinem Kopf habe ich mich auch mit diesem Job angefreundet, denn dann hätte ich meine Kreativität in meiner Freizeit ausgelebt. Am Ende habe ich die Ausbildungsstelle als Mediengestalterin bekommen und war natürlich glücklich damit.
UNÜBERLEGT ODER ÜBERSTÜRZT?
Kaum einer meiner Schritte in die Zukunft ist unüberlegt oder überstürzt. Ich renne nicht verstrahlt los und gucke was passiert. Ich rechne nicht mit dem Schlechten, aber ich rechne auch nicht damit, dass alles gut läuft. Vielleicht riskiere ich zu wenig? Vielleicht bin ich manchmal zu vernünftig? Vielleicht investiere ich deshalb aber auch viel Mühe in meine Ziele, da ich mich auf kein „Glück“ verlasse? Vielleicht bin ich genau deshalb eine Realistin.